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Im Februar erscheint „Der Sturm unserer Herzen“. Im vierten Teil der Herzensreihe geht es um Melanie, eine Freundin von Luise, die ihr einen Ferienjob als Nanny in einer illustren Familie beschafft hat. Dort trifft sie auf Elias, dem jüngsten Bruder ihres Arbeitgebers, der ihr vom ersten Moment an Herzrasen beschert. Aber als sie ihn nach Monaten wiedersieht, scheint er nicht mehr derselbe zu sein.

Hier kommt eine längere Leseprobe, aus dem noch unveröffentlichten Buch.

Ihre Hand zitterte, als sie die Klingel drückte und während sie wartete, spielte sie unbewusst an ihrem Armreif.

Elias wohnte in einem kleinen Wohnkomplex, der nach Neubau aussah. Im Gegenzug zum Plattenbau ihrer Eltern wirkte es hier sehr gediegen und es roch nach Geld. Aber verwunderte sie diese Tatsache wirklich? Elias` Eltern mussten stinkreich sein und er verdiente als Pilot bestimmt nicht schlecht. Sie schüttelte den Kopf, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Elias reagierte nicht, deshalb klingelte sie erneut. Es war ihr vollkommen egal, ob sie ihn nervte oder die Nachbarschaft belästigte, aber sie würde nicht eher gehen, bevor sie mit ihm gesprochen hatte.

Nachdem sie Sturm geläutet hatte, erklang seine unwirsche Stimme. „Verdammt noch mal, welcher Wichser will gleich sterben?“

Meli verschlug es kurz die Sprache, aber schließlich meinte er nicht sie persönlich. Er rechnete bestimmt nicht damit, dass sie vor seiner Tür stand.

„Ich bin es“, brachte sie mit piepsiger Stimme hervor. Elias schwieg und sie wollte schon was sagen, als er ungläubig fragte: „Meli? Was zum Teufel tust du hier?“

Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber damit hatte sie ja schon gerechnet. Dennoch tat seine Ablehnung weh, sie hatte ihr Schutzschild anscheinend daheim vergessen.

„Ich will sehen, ob es dir gut geht.“

„Das hast du hiermit getan. Fahr nach Hause.“

„Du lässt mich jetzt auf der Stelle herein, sonst brülle ich das Haus zusammen, und alle Nachbarn erfahren, was du mir geschrieben hast.“

„Das wagst du nicht.“ Seine Stimme klang bedrohlich, aber sie würde sich nicht einschüchtern lassen. Natürlich würde sie das nie machen, aber sie hoffte, dass Elias sich da nicht sicher sein würde.

„Willst du es draufankommen lassen?“

Als Antwort hörte sie den Türsummer und plötzlich war ihr Fluchtgedanke übermächtig. In was für eine Situation hatte sie sich da hineinmanövriert? Elias war jetzt stinksauer auf sie und sie hatte keine Ahnung, was er sich eingeworfen hatte und ob er sich überhaupt unter Kontrolle hatte. Aber kneifen galt nicht. Das war immer noch Elias, dem sie nicht zutraute, gewalttätig zu werden. Mit seinen verbalen Attacken würde sie hoffentlich zurechtkommen, ohne verwundet zu Boden zu gehen.

Obwohl sie mit dem Aufzug gefahren war, kam es ihr so vor, als hätte sie mindestens zwanzig Stockwerke zu Fuß bewältigt. Elias erwartete sie im Türrahmen, er hatte sich lässig mit der Schulter angelehnt und hielt die Arme abwehrend vor der Brust verschränkt. So grimmig hatte er sie noch nie angesehen. Was tue ich hier eigentlich? Lass ihn doch einfach in Ruhe.

Seine Haare standen wild zu Berge, dennoch sah er einfach so unfassbar gut aus. Meli ertappte sich dabei, wie sie ihn anstarrte.

„Was soll das, Meli? Hast du mir nicht heute Nachmittag erklärt, dass ich dich in Ruhe lassen soll? Was also tust du hier?“

Sie konnte ihm ja schlecht auf die Nase binden, dass ihr derselbe Gedanke gerade ebenfalls durch den Kopf geschossen war.

Deshalb drängelte sie sich einfach an ihm vorbei und betrat seine Wohnung. So ein resolutes Verhalten war sie von sich selbst überhaupt nicht gewohnt, aber sie traute Elias zu, dass er ihr die Tür vor der Nase zuschlagen würde.

„Mach es dir ruhig gemütlich.“ Seine spöttische Stimme erklang dicht hinter ihr und es zuckte in Melis Füßen, einen Sicherheitsabstand zwischen sich und Elias zu bringen. Aber sie wollte nicht, dass er bemerkte, wie unsicher sie eigentlich war. Ihr selbstbewusstes Auftreten eine einzige Show.

Sie straffte die Schultern und schob die Brust raus, um ihre Selbstsicherheit zu demonstrieren, und drehte sich langsam zu ihm um.

„Heute Nachmittag hattest du mir auch noch nicht so komische Nachrichten geschickt.“

Sie sah, dass seine Augenlider ein wenig flackerten, und er presste die Lippen zusammen, als wolle er verhindern, dass er sich verteidigte. Es schien, als wäre es ihm ziemlich unangenehm, dass er ihr sein Seelenleben auf dem Silbertablett präsentiert hatte.

„Ich habe doch geschrieben, dass ich es nicht so meinte, und du es vergessen sollst. Wehe, du sagst auch nur ein Wort zu Michael.“

Nun trat er noch einen Schritt näher und stand so dicht vor ihr, dass sie sich nur ein wenig vorbeugen brauchte, um ihn zu küssen. Herrje, wie kann ich jetzt ans Küssen denken?

Sein bedrohlicher Gesichtsausdruck ließ sie zusammenzucken, was er scheinbar registrierte, denn sein Blick wurde etwas weicher und er ging wieder einen Schritt nach hinten, als wolle er ihre Komfortzone respektieren.

Immer noch brachte sie kein Wort über die Lippen und sie fühlte, wie Adrenalin durch ihren Körper peitschte.

„Von ihm hast du meine Adresse, nehme ich an? Was hast du ihm gesagt?“

Wieder hörte sie seinen Zorn zwischen den Zeilen heraus.

„Ich habe nur gesagt, dass wir uns heute Nachmittag getroffen haben und du etwas liegen gelassen hast. Mehr nicht. Keine Sorge, er ist nicht misstrauisch geworden. Das schlimmste Szenario wäre, dass er denkt, zwischen uns läuft etwas. Keine Ahnung, ob du damit leben kannst.“ Sie ärgerte sich immens, dass sie zum Ende hin einen gekränkten Tonfall nicht vermeiden konnte. Elias sollte nicht merken, dass sie sich immer noch wünschte, er würde mehr als einen Kumpel in ihr sehen.

Er sah sie unverwandt an und sie begann unter seinem kritischen Blick zu schwitzen. Aber sie konnte einfach nicht wegsehen, er hielt sie bei sich, dagegen war sie machtlos. Sie sah ihn nicken, anscheinend glaubte er ihr.

„Ich würde dich nie verpetzen, das solltest du eigentlich wissen.“

„Ach ja? Ich hätte dir auch nicht zugetraut, dass du meinen Ausrutscher in der Weltgeschichte herumposaunst, um mich bloßzustellen.“

Diesmal war es an Meli einen Schritt zurückzuweichen. Erst einen, dann ein paar Weitere, bis sie mit den Kniekehlen den Couchtisch berührte und ins Straucheln geriet. Bevor sie das Gleichgewicht wiedererlangte, hatte Elias sie erstaunlich schnell am Arm gepackt und verhinderte, dass sie unrühmlich umfiel.

Kleine Stromstöße schossen durch ihren Arm und reizten die empfindlichen Nervenbahnen. Wieder stand er so nah bei ihr, dass sie ihn atmen hörte. Meli schloss kurz die Augen, da ihr schwindlig wurde. Warum verwirrte er sie nur so sehr? Elias hatte sie komplett im Griff. Sie war machtlos dagegen und sie war sich nicht sicher, ob sie es überhaupt ändern wollte.

Unvermittelt ließ er sie los, sodass sie fast wieder ins Straucheln geriet, als sein sicherer Halt sie im Stich ließ.

„Hätten wir nun alles geklärt? Dann würde ich dich jetzt bitten zu gehen“, sagte er so kalt, dass Meli zu frösteln begann. Er behandelte sie, als wäre sie der letzte Abschaum, dabei machte sie sich doch nur Sorgen um ihn. Aber wenn er das nicht selbst erkannte, brachte es wenig, es ihm erklären zu wollen. Stattdessen entfachte es ihre Wut, dass er sie nach Lust und Laune benutzte.

Sie hob die Arme und bevor sie sich über ihre Handlung überhaupt im Klaren war, schubste sie ihn heftig gegen die Brust. Sie schaffte es sogar, dass er einen Schritt nach hinten taumelte, bis er sich wieder gefangen und von ihrem Angriff erholt hatte.

„Spinnst du jetzt völlig?“, schnauzte er sie an.

„Das sagt der Richtige. Der Einzige, der hier spinnt, bist doch du. Denkst du, ich bin bescheuert? Du wirkst nicht betrunken, du hast irgendwelche Drogen genommen. Gib es doch wenigstens zu.“ Melis Stimme stand seiner Tonlage in nichts nach. Der ganze Frust, die ganze Anspannung, all ihre Sorgen entluden sich mit einem Mal. „Ja und? Dann habe ich halt welche genommen. Sei doch nicht so verflucht spießig und bieder. Werd mal locker, dann will dich vielleicht auch mal einer haben“, verhöhnte er sie und Meli zuckte unter seinen fiesen Worten zusammen. Sie war so leichtgläubig gewesen, in Ruhe mit Elias sprechen zu können, aber was war passiert? Er schaffte es tatsächlich, sie k. o. gehen zu lassen, und da bedurfte es nicht einmal seiner Fäuste.

Comments(2)

    • Irina Balitzki

    • 6 Monaten ago

    Ich habe diese leseprobe mit Spannung gelesen . Sehr gut geschrieben , man fühlt sich gefesselt und will immer weiter lesen. Bin gespannt wie es weiter geht.

    Liebe Grüße ina ( irina )

    1. Vielen Dank für dein Feedback, liebe Ina. Es freut mich sehr, dass dir die Leseprobe gefallen hat.

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